Tanzlehrer/-in

Mehr als nur
Scritte lernen

Für viele ist es ein Traumjob: die Ausbildung zur Tanzlehrerin und zum Tanzlehrer. Die Geschwister Nevio und Celestina del Fabro erzählen von ihren Erfahrungen und ihrer Motivation, einen Beruf zu erlernen, in dem es nicht nur aufs Tanzen, sondern auch auf Kreativität und Menschenkenntnis ankommt.

Text: Bettina Nowakowski
Fotos: Martin Kalb

Ausbilder Pedro Rodriguez mit seinen Azubis, den Geschwistern Celestina und Nevio del Fabro.

Das Bild des Tanzlehrers und der Tanzlehrerin hat sich in den letzten Jahren extrem verändert. Längst geht es nicht mehr so steif zu wie vor 40 Jahren. Nach wie vor unterrichten Tanzlehrer zwar die klassischen Gesellschaftstänze wie Walzer, Tango, Chacha-cha oder Samba. Aber inzwischen müssen sie auch in Discofox, Jazzdance, Hip-Hop oder Line Dance fit sein. Doch das ist längst nicht alles. „Einen großen Anteil macht zwar das Unterrichten aus“, erklärt Pedro Rodriguez, Ausbilder mit eigener Ausbildungsschule. „Aber der richtige Umgang mit den Menschen wird heutzutage immer wichtiger.“ Dazu gehört, generell die richtigen Umgangsformen zu vermitteln. Musiktheorie, Pädagogik, Didaktik und kaufmännische Tätigkeiten stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Außerdem ist Kreativität gefragt beim Organisieren von Veranstaltungen und der Animation und Moderation bei Events. Auch hinter der Bar müssen sich Tanzlehrer auskennen. „Als Tanzlehrer ist es unsere Aufgabe, den Kunden die Hemmungen zu nehmen, ihnen mit Freundlichkeit gegenüberzutreten und das Tanzen mit Spaß und Freude zu vermitteln“, erklärt Pedro Rodriguez.

VIELFÄLTIGE
AUSBILDUNG

Der 18-jährige Nevio del Fabro ist in seinem ersten Lehrjahr an der Tanzschule Piet & Müller in Ludwigsburg, wo er sein Hobby, das Tanzen, zum Beruf machen möchte. „Ich tanze schon mein Leben lang“, erzählt er. „Wichtiger noch als Tanzen ist für mich die Musiktheorie und wie man Menschen unterrichtet.“ Seine 20-jährige Schwester Celestina del Fabro ist im zweiten Lehrjahr an derselben Tanzschule. „Ich mag an der Ausbildung, dass sie so vielfältig ist, die verschiedenen Tanzstile vom Kindertanz über Hip-Hop bis Paar- und Solotanz.“ Ein reiner Bürojob wäre für sie nicht in Frage gekommen. „Morgens Senioren, danach Kinder, das ist jede Menge Abwechslung.“ Wichtig sei, das Verständnis mitzubringen, wie man auf die unterschiedlichen Menschen eingeht. „Man muss das richtige Maß dafür finden, wie man den Leuten etwas beibringt und sie gleichzeitig Spaß daran haben“, erklärt Celestina del Fabro. Drei Jahre dauert die Ausbildung im dualen System. Der Praxisteil wird an einer Tanzschule geleistet, die zum Beispiel dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband e.V. (ADTV) angeschlossen ist, der theoretische Teil in einer Ausbildungsschule wie die von Pedro Rodriguez. Neben dem Tanzen ist das Erlernen von Umgangsformen, zum Beispiel als Vorbereitung für einen Ball oder für Hochzeiten ein großes Thema in der Ausbildung.

TANZEN ALS
TRAUMBERUF

Nachwuchs an Fachkrä en werde dringend gesucht, so Pedro Rodriguez. „Als Tanzlehrer muss man immer gute Laune haben und gut drauf sein für die Kunden“, weiß der Ausbilder. Das liegt nicht jedem. Auch die Arbeitszeiten sind nicht jedermanns Sache: „Man muss o abends arbeiten oder am Wochenende.“ Die Geschwister del Fabro schreckt das nicht ab. „Ich freue mich auf meine Kurse und habe schon deshalb gute Laune“, so Nevio del Fabro. „Mit Betreten der Tanzschule verändert sich bei mir meine innere Haltung“, beschreibt Celestina del Fabro ihre Motivation. „Es ist wie ein Schalter, den man umlegt: Wenn ich mit den Menschen rede und die Stunde beginnt, bin ich gleich gut drauf.“ Für sie beide ist es ein Traumberuf. „Mich macht es glücklich, wenn am Ende der Stunde die Leute auf mich zukommen und mir sagen, dass es ihnen richtig Spaß gemacht hat“, so Nevio del Fabro.