Wie kann man sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten? Was muss man zum Beispiel über das Unternehmen wissen?

Man sollte zunächst die Stellenausschreibung noch einmal genau analysieren und sich außerdem schlaumachen, um welches Unternehmen es sich genau handelt, wie es sich selbst präsentiert. Auch aktuelle Nachrichten zu recherchieren ist wichtig: Expandiert die Firma beispielsweise demnächst ins Ausland?
Auf welche Frage muss man in jedem Fall vorbereitet sein?

Eine der Hauptfragen ist: „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“

Hier sollte man nicht einfach all seine Stärken und Erfahrungen aufzählen, sondern auseinandersetzen, was man speziell diesem Arbeitgeber zu bieten hat.

Man muss sich vorab – anhand der Unternehmensrecherche – in die Denke der Einladenden versetzen, verstehen, was sie brauchen, wen sie suchen. Dann kann man im Gespräch erklären, warum man genau der oder die Richtige für die Position ist.

Mit welchen Fragen sollte man darüber hinaus rechnen?

„Weshalb haben Sie sich bei uns beworben?“

Hier gilt es, keine simplen Gründe zu nennen – ich wollte immer schon nach Berlin –, sondern wieder die eigene Person mit den Anforderungen in Zusammenhang zu bringen.


Einlassen muss man sich auch auf Fragen zum Aufwärmen. Ein Beispiel:

„Wie haben Sie zu uns gefunden?“

Wenn man hier eine gelungene, vielleicht humorvolle Antwort findet, gibt das allen ein gutes Gefühl – und es schafft gleich zu Beginn eine positive Atmosphäre.

Welche Kleidung ist für ein Vorstellungsgespräch angemessen?

Das kommt auf die Stelle an. In einer Bank ist der Dresscode ein anderer als in der Kreativszene. Es sollte in jedem Fall saubere und hochwertige Kleidung sein. Tendenziell rate ich, eher das schickere Outfit zu wählen. Es ist aber auch wichtig, dass man sich wohlfühlt. Am besten stellt man sich seinen Freunden in seinem Bewerbungsoutfit vor und fragt sie um Rat.

So lässt sich die eigene Unsicherheit abbauen – die sollte man auf keinen Fall mitnehmen ins Vorstellungsgespräch. Der Tag des Vorstellungsgesprächs ist gekommen. Man ist gut vorbereitet, aber sehr nervös.

Wie hinterlässt man jetzt einen guten Eindruck?

Zunächst einmal sollte man die Nervosität zulassen, sie ist nicht nur normal, sondern passend – und lässt meist nach wenigen Gesprächsminuten nach. Es hilft, sich während der Wartezeit immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass man die erste Hürde bereits erfolgreich genommen hat, dass man formal auf die Stelle passt.

Jetzt geht es um die Persönlichkeit. Insgesamt gilt es, den eigenen Auftritt höflich und mit gewinnendem Wesen bis zum Ende durchzuziehen – sogar, wenn die anderen auf ihr Smartphone oder aus dem Fenster schauen. So ein Verhalten sollte man nicht persönlich nehmen.

Gibt es Fragen, die man nicht beantworten muss?

Alle Fragen, die mit dem Gleichstellungsgesetz zu tun haben, Fragen zu Familienplanung, sexueller Orientierung, Ethnie. Wird eine solche Frage gestellt, raten Profis allerdings dazu, nicht schnippisch die Antwort zu verweigern, sondern souverän damit umzugehen und bei Bedarf auch die Unwahrheit zu sagen.

Sollte man selbst auch Fragen stellen?

Meistens gehört das zum Schlussritual. Hier sollte man aber nicht nach Profanem wie Gehalt, Urlaub, Kantine oder Fahrkostenerstattung fragen – das macht einen guten Eindruck schnell wieder zunichte. Es geht um relevante Fragen zu weiterführenden Inhalten, zum Beispiel, mit wem man zusammenarbeiten wird.