ALLER ANFANG IST SCHWER

3 TIPPS FÜR BERUFSEINSTEIGER

Kaum etwas zehrt so sehr an den Nerven wie die Suche nach dem ersten Job.

Rückschläge und Frust paaren sich schnell mit teils unzeitgemäßen Ratschlägen der Eltern. Tipps wie „Geh am besten in das Büro des Chefs und überreiche ihm deinen Lebenslauf persönlich“ sorgen bei den Jüngeren für Unverständnis. „Durch die mit dem Internet einhergehende Neuorientierung der Arbeitswelt unterscheidet sich die Realität von Berufseinsteigern heute sehr von der damaligen“, erklärt Oliver Kerner, professioneller Vertriebstrainer aus Bremen und Gründer von OK-Training. „Nur eine Sache hat sich nicht geändert: Eine geeignete Stelle zu finden, zählt zu den vermutlich größten Herausforderungen.“

INITIATIV BEWERBEN

Nicht alle Arbeitsplätze lassen sich im Internet, in der Zeitung oder auf Schwarzen Brettern finden. Oftmals schreiben Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen eine Stelle nicht aus. In diesem Fall helfen sogenannte Initiativbewerbungen. Diese erfolgen, ohne dass eine Firma offiziell Jobs anbietet. Hierbei gelten dieselben Regeln wie bei herkömmlichen Bewerbungen: auf Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens eingehen, Floskeln vermeiden und sich an den richtigen Ansprechpartner wenden. Wer den verantwortlichen Mitarbeiter nicht auf der Homepage findet, erkundigt sich am besten telefonisch bei der Zentrale des Unternehmens.

NETZWERK AUFBAUEN

Zuerst die gute Nachricht: Haben sich Jobsuchende erst einmal für ein bestimmtes Feld entschieden, bringt sie jede Erfahrung und jeder Kontakt in diesem Bereich näher an den gewünschten Arbeitsplatz. „Probearbeiten, Ausbildungen, Praktika oder Projekte dienen als Türöffner, weil sich dadurch entscheidende Personen kennenlernen lassen. Langfristig baut sich so ein Netzwerk auf, das die Chancen einer Festanstellung enorm erhöht“, weiß der Experte. Eher frustrierend: Diese notwendigen Zwischenschritte bleiben oft unbezahlt. Arbeitserfahrungen lassen sich deshalb am besten sammeln, wenn bereits andere Geldquellen für die Existenzgrundlage sorgen. Falls möglich, sollten Studenten zum Beispiel ihre Semesterferien für Praktika und Projekte nutzen. Für alle anderen bietet das Arbeitsamt einige Fördermöglichkeiten. In einzelnen Fällen stellen Firmen auch für ein oder zwei Tage in der Woche frei, damit der unbezahlte Angestellte seinen Lebensunterhalt verdienen kann.

ARBEITSVERTRAG STUDIEREN

Kommt es schließlich zu einer Anstellung, sollten Berufseinsteiger trotz verdienter Anfangsfreude Vorsicht walten lassen. Nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch der Arbeitnehmer muss sich sicher sein, dass die Stelle zu ihm passt. Bezahlung, Arbeitszeiten und Anzahl der Urlaubstage sollten Angestellte bereits im Bewerbungsgespräch erfragen und später in den Unterlagen noch einmal ausführlich prüfen. In keinem Fall darf die geregelte Arbeitszeit acht Stunden pro Tag überschreiten und weniger als der gesetzlich vorgeschriebene Mindesturlaub von 24 Werktagen pro Jahr ist nicht erlaubt.

„Es empfiehlt sich im Vornhinein die Vergütung mit Tarifverträgen und Gehaltsspiegeln aus der Branche zu vergleichen. Diese finden sich im Regelfall vollständig im Internet“, betont Oliver Kerner. Weitere Informationen unter www.ok-trainings.com