Augenoptiker/in
EIN JOB MIT „WOW“‑MOMENT

Text: Bettina Nowakowski
Fotos: Oliver Bürkle

Wenn Menschen das erste Mal die neue Brille aufsetzen, haben sie oft einen „Wow“-Moment, weil sie wie der klar und deutlich sehen können. Die 21-jährige Jessica Eilert sorgt mit ihrem Beruf als Augenoptikerin dafür, dass Menschen nicht nur besser sehen, sondern dabei auch noch gut aussehen.

Als langjährige Stamm kundin bei Fielmann war mein Interesse geweckt und nach dem Abschluss in der Realschule und meinem Abitur habe ich hier ein Praktikum gemacht“, erklärt Jessica Eilert, die jetzt im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Augenoptikerin in der Bietigheimer Filiale steht

Ich hatte schon immer den Wunsch, einen Beruf zu ergreifen, der viel Abwechslung bietet, und das habe ich hier als Augenoptikerin.“ Verkauf, kaufmännische Arbeiten wie Preiskalkulation oder Buchhaltung und die Arbeit in der Werkstatt sind die Bereiche, die zur Ausbildung gehören. Jessica Eilert findet die praktischen Aufgaben in der Werkstatt „cool“. Hier lernen die Azubis zum Beispiel das Feilen und Schleifen von Brillengläsern und das präzise Anpassen in die Fassungen. Kenntnisse in Mathematik und Physik sollte man ebenso mitbringen wie handwerkliches Geschick und Sorgfalt.

Weitere Aufgaben sind die genauen Augenmessungen und das korrekte Anpassen von Gläsern und Brillengestellen. „Man muss für jeden Kunden die ganz individuelle Brille finden, die zu ihm passt“, so Jessica Eilert. Deshalb brauche man auch ein gutes Gespür für Mode und Trends, Formen und Farben.

Gutes Einfühlungsvermögen ist wichtig

Ein gutes Einfühlungsvermögen bei der Beratung und im Umgang mit dem Kunden ist eine wichtige Voraussetzung für diesen Beruf. „Einmal im Jahr gibt es für jeden Azubi ein Verkaufs training bei Fielmann“, erklärt Augen optikermeister und Filialleiter Vassilios Tsengelidis. „Dabei lernen sie zum Bei spiel, wie der Verlauf einer Beratung ist und welche Farben zu einem Kunden passen.

Die Unternehmensgruppe Fielmann unterstützt ihre Auszubildenden außerdem mit praktischen und theoretischen Aufgaben auf hausinternen Plattformen. „Die theoretischen Fragen auf unserer Lern-Plattform laufen parallel zum Schulstoff und dienen auch als Prüfungsvorbereitung“, erläutert Vassilios Tsengelidis. Am Ende der Ausbildung stehe normalerweise die Übernahme. Die Bietigheimer Filiale hat zur Zeit sechs Auszubildende. Die Augenoptiker-Ausbildung dauert drei Jahre, mit Blockunterricht an der Berufsschule in Leonberg.

Ein Interessanter und zukunftssicherer Beruf

Jessica Eilert ist am liebsten im Verkauf tätig, weil sie da mit den unterschiedlichsten Kunden zu tun hat.
Am besten sei es, wenn Kunde oder Kundin zufrieden sind mit ihrer neuen Brille. „Unser Job ist der ‚Wow‘-Moment, wenn der Kunde seine neue Brille aufsetzt und alles wieder deutlich erkennen kann“, freut sich Vassilios Tsengelidis. Der Beruf sei „ein Job für junge Leute, die viel Abwechslung suchen“, so der Filialleiter. „Es ist ein wahnsinnig interessanter Beruf und auch ein wahnsinnig sicherer Beruf.“ Der einzige Nachteil liege in den Öffnungszeiten: lange Arbeitszeiten unter der Woche und auch mal am Samstag, aber dafür gebe es auch einen Ausgleich.

Als Augenoptiker kann man seine Meisterprüfung machen, um Filialleiter oder selbstständig tätig zu werden. Weitere Weiterbildungsmöglichkeiten sind ein Studium in Augenoptik/Optometrie, oder eine Speziallisierung zum Optometristen für besseres Sehen.

Für Jessica Eilert geht es jetzt erst einmal um den Abschluss der Ausbildung. Es sei ihr Traumberuf, der ihr viel Freude macht. „Ich bin eher ein praktischer Mensch“, so Jessica Eilert. „Ich finde es toll, dass ich hier gleich so viel praktisch lernen und machen kann.“